Hinterhandlähmung

Im Alter ist es nicht selten, dass Ratten an einer Hinterhandlähmung (Parese bzw. Paralyse) leiden. Die Ursachen, die Symptome und die Behandlung möchte ich heute aufzeigen.

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Wie erkenne ich eine Hinterhandlähmung?

Erste Anzeichen sind die leicht wankenden, durch die Hintergliedmaßen verursachten,  Bewegungen der Ratte (männliche beleibtere Ratten im höheren Alter sind eher betroffen). Erkennbar kann eine Hinterhandlähmung auch durch die ungewöhnliche Stellung der Hinterbeine sein. Das Tier watschelt oder zieht die Beine hinter sich her, die Zehennägel nutzen sich nicht mehr ab. Dies resultiert aus dem Schwinden der Muskeln, was man Dystrophie nennt. Spürbar ist dies auch durch das Abnehmen der Rückenmuskulatur und das Herausstechen der Beckenbodenknochen. In der Regel schreitet eine Hinterhandlähmung recht schnell fort, bishin zur vollständigen Lähmung der Hinterhand. Hier bewegt sich das Tier nur noch mit den vorderen Gliedmaßen fort, was einen enormen Kraftaufwand bedeutet. Es kommt aber auch vor, dass die Lähmung ab einem gewissen Punkt stagniert und sich somit nicht mehr verschlimmert.

Tritt eine Lähmung der Gliedmaßen plötzlich auf ist sofort ein Tierarzt zu konsultieren!

Wieso hat meine Ratte eine Hinterhandlähmung?

Die Ursachen für eine Hinterhandlähmung sind vielfältig. Deshalb sollte die Diagnose unbedingt ein rattenerfahrener Tierarzt stellen. Neben einer Dystrophie können auch ein Schlaganfall, der das Hirn geschädigt hat, eine Verletzung der Wirbelsäule (auch eine Entzündung oder ein Tumor sind möglich) oder eine degenerative Veränderung im Nervensystem verantwortlich sein.

Ist eine Hinterhandlähmung heilbar? Was kann ich tun?

Zuerst ist der Weg zum Tierarzt das allerwichtigste und mit diesem sollte eine Behandlung immer abgesprochen werden. Die Hinterhandlähmung ist, je nach Ursache, nicht heilbar aber durch eine korrekte Medikation aufhaltbar bzw. verlangsamend. Als Anregung möchte ich rattenzauber.de dazu zitieren:

„Eine hochdosierte Vitamin B-Gabe ist zu empfehlen. Der Rattenhalter kann seiner Ratte 3 x täglich Vitamin-B-Tropfen, vermischt mit sehr wenig Fruchtjoghurt verabreichen (z. B. Polybion N-Tropfen). Die bisher empfohlenen Bryonon N-Tropfen werden nicht mehr hergestellt, ersatzweise können Polybion N-Tropfen verwendet werden). Sofern der Verdacht einer Nervenschädigung besteht, ist es sinnvoll, zusätzlich Vitamin B 12 und B 1 zuzuführen (Polybion enthält die Vitamine B1, B2 und B6, (Bei Mangel an B 12 kann es u.a. zu Schädigungen des Nervensystemes, Koordinationsstörungen und zu Degenerationen des Rückenmarks kommen, Mangel an B 1 kann durch Anhäufung von Ketonsäuren u. a. zu Schäden im Gehirn führen). Beide Präparate können sowohl injiziert als auch oral eingegeben werden. Zu beachten ist, dass per Injektion 0,5 ml B 12 ausreichen, bei einer oralen Verabreichung die doppelte Dosis gegeben werden muss.

In einigen Fällen hat auch eine Kortisonbehandlung leichte Besserung erzielt. Der Tierarzt kann nach einer Diagnose die entsprechenden Medikamente verordnen (z.B. und u.a. Metacam). Er könnte einen Behandlungsversuch mit Selen (findet u. a. Verwendung zur Behandlung von Muskelschwäche) versuchen. Es sollte injiziert und nach 2 bis 4 Wochen wiederholt werden.“

Wie kann ich meiner Ratte ein schönes Leben trotz Hinterhandlähmung ermöglichen?

Nachdem bei einer Ratte eine Hinterhandlähmung diagnostiziert wurde, ist der erste Schritt der Umbau des Rattendomizils. Bei fortgeschrittener Hinterhandlähmung (wo selbst Rampen zu einem unüberwindbaren Risiko werden) ist es ratsam das Tier zusammen mit seinem Rudel in einen gut abgesicherten Käfig ziehen zu lassen. Ausnahmsweise sind hierfür (mehrstöckige) Kaninchen- bw. Meerschweinkäfige eine gute Wahl, da sie eine große Lauffläche bieten. Vermeide steile Rampen (auf Abrutschgefahr achten), bringe viele Hängematten an, damit ein eventueller Sturz nicht zum Unglück wird und achte darauf, dass für die kranke Ratte stets Futter und Wasser leicht erreichbar sind. Gegebenfalls ist es nötig auf allen großen Etagen Futter und Wasser zu integrieren. Auch Schlafplätze sollten gut erreichbar sein. Da eine behinderte Ratte oftmals nicht mehr zur Kloecke geht und das Geschäft in der Nähe oder am Schlafplatz verrichten wird, ist das auslegen mit Küchenpapier sinnvoll. Es saugt Urin schnell auf und kann jeden Tag gewechselt werden. Der Boden auf dem das Tier sich fortbewegt, sollte nicht zu rauh sein damit es nicht zu Scheuerungen kommt. Außerdem sollte ein großes Augenmerk auf die Hygiene des Tieres gelegt werden. Bei fortgeschrittener Hinterhandlähmung kann die Ratte das Säubern oft nicht mehr selbst übernehmen. Hier sollte (mehrmals) täglich das After, die Ohren (am Besten vom Tierarzt oder einer erfahrenen Person zeigen lassen) und der Geschlechtsbereich vorsichtig gereinigt werden. Ein Wattestäbchen oder ein feuchtes Tuch sind hierfür ein gutes Hilfsmittel. Es kann vorkommen, dass die Ratte plötzlich nicht mehr selbst Kot oder Urin ablassen kann. Dies gilt es unbedingt zu überprüfen!

Letztendlich ist die schwerste Entscheidung auch die letzte. Besonders wenn im hohen Alter noch weitere Erkrankungen hinzu kommen. Wann ist die Hinterhandlähmung so stark, dass das Tier keine Lebensqualität mehr hat und es lieber von seinem Leid erlöst werden sollte? Eine Herzensfrage die jeder Rattenhalter für sich beantworten muss.

Eine hochdosierte Vitamin B-Gabe ist zu empfehlen. Der Rattenhalter kann seiner Ratte 3 x täglich Vitamin-B-Tropfen, vermischt mit sehr wenig Fruchtjoghurt verabreichen (z. B. Polybion N-Tropfen). Die bisher empfohlenen Bryonon N-Tropfen werden nicht mehr hergestellt, ersatzweise können Polybion N-Tropfen verwendet werden). Sofern der Verdacht einer Nervenschädigung besteht, ist es sinnvoll, zusätzlich Vitamin B 12 und B 1 zuzuführen (Polybion enthält die Vitamine B1, B2 und B6, (Bei Mangel an B 12 kann es u.a. zu Schädigungen des Nervensystemes, Koordinationsstörungen und zu Degenerationen des Rückenmarks kommen, Mangel an B 1 kann durch Anhäufung von Ketonsäuren u. a. zu Schäden im Gehirn führen). Beide Präparate können sowohl injiziert als auch oral eingegeben werden. Zu beachten ist, dass per Injektion 0,5 ml B 12 ausreichen, bei einer oralen Verabreichung die doppelte Dosis gegeben werden muss.
In einigen Fällen hat auch eine Kortisonbehandlung leichte Besserung erzielt. Der Tierarzt kann nach einer Diagnose die entsprechenden Medikamente verordnen (z.B. und u.a. Metacam).  Er könnte einen Behandlungsversuch mit Selen (findet u. a. Verwendung zur Behandlung von Muskelschwäche) versuchen. Es sollte injiziert und nach 2 bis 4 Wochen wiederholt werden .