Das Mitgefühl der Ratten

Was wir Rattenfreunde schon lange wissen, wurde nun wissenschaftlich erforscht. Es ist mir ein Rätsel weshalb dafür solche furchtbaren Tests gemacht werden mussten, aber dennoch scheint es dem Image des Tiers und vor Allem der Ratte zu Gute zu kommen. Eine Rechtfertigung ist das natürlich nicht, denn für uns ist es selbstverständlich, dass auch unsere Ratten Empathen sind.

Bildquelle: Science / AAAS via heise.de

Zitat von heise.de

(…) Tiere hingegen verhalten sich wie Roboter: Ein Verhalten, das mit einer Belohnung verbunden ist, wird verstärkt, während eine Verhaltensweise, der eine Strafe folgt, seltener ausgeübt wird. Dass die Verknüpfung so simpel nicht ist, haben in letzter Zeit einige Versuche gezeigt. Im Wissenschaftsmagazin Science präsentieren Forscher der University of Chicago jetzt die Ergebnisse eines Versuchs, der auch Ratten empathische Fähigkeiten bescheinigt.

Dazu platzierten die Wissenschaftler je zwei Exemplare in einem Areal, die sich bereits seit zwei Wochen kannten. Eine der beiden Ratten durfte sich frei bewegen, die andere jedoch war in einer kleinen Box gefangen. Diese Box ließ sich nicht von innen, wohl aber von außen öffnen.

Dass die eingesperrte Ratte sich unter diesen Bedingungen unwohl fühlte, ist nachvollziehbar, auch wenn sie den Forschern nichts davon erzählte. Bekannt ist auch, dass solche Gefühle auch bei Tieren ansteckend sind, dass sich Angst also auf Artgenossen überträgt. Es wäre also folgerichtig gewesen, hätte sich die freilaufende Ratte aus dem Staub gemacht. Stattdessen jedoch versuchte sie, ihren eingesperrten Artgenossen zu befreien, was nach einer gewissen Eingewöhnungszeit auch gelang. Was hat die Ratte dazu motiviert?

Das übliche Belohnungssystem wollten die Forscher bewusst ausschließen. So ließen sie etwa nach erfolgreicher Befreiungsaktion die beiden Tiere nicht gemeinsam im Versuchsgebiet (was für die Gruppentiere eine soziale Belohnung dargestellt hätte). Als zusätzlichen Anreiz für das Schwein in der Ratte brachten die Forscher besonders beliebte Nahrung in das Modell ein – den Befreiungsversuch zu unterlassen, hätte der freien Ratte also als Belohnung eine doppelte Futterportion beschert. Doch die Tiere ließen sich auch auf diese Weise nicht bestechen.

Die Forscher meinen, damit echte empathische Regungen bei den Nagern gezeigt zu haben. Reine Neugier als Motivation dieses Verhaltens schließen sie zum Beispiel aus, weil es noch über Wochen anhielt. Auch als zufällige Folge des angstbedingt erhöhten Aktivitätsniveau lassen sich die Befreiungsaktionen nicht interpretieren, dazu handelten die Ratten zu systematisch. Wenn die Wissenschaftler richtig liegen, verschöbe sich der evolutionäre Ursprung der Empathie deutlich weiter in die Urgeschichte.

Gleichzeitig zeigt der Versuch, dass soziales Verhalten beim Menschen auf verschiedenen Ebenen begründet sein könnte: Einerseits über die uns eigenen Spiegelneuronen, andererseits aber auch über physiologische Vorgänge in viel älteren Hirnregionen. Auf dieser Ebene könnte etwa auch die fast unheimlich anmutende Fähigkeit vieler Mütter beruhen, die leisesten Rufe ihrer eigenen Kinder zu hören – ohne sich dabei von fremdem Kindergeschrei ablenken zu lassen.

Eine interessante mögliche Parallele zum Menschen zeigte sich übrigens, als die Forscher das Verhalten weiblicher und männlicher Tiere verglichen: Die Rattenfrauen halfen eingesperrten Artgenossen deutlich häufiger als die männlichen Ratten.

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1 Kommentar

  1. canis815

    Man sollte sie als unsere neue Regierung wählen

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